Ratgeber Auge

Hier finden Sie allerlei Begrifflichkeiten rund um das Thema Auge.

A


Anpassung des Auges an veränderte Helligkeit (Leuchtdichte) oder veränderte Farben (chromatische Adaption).

Fähigkeit des Auges, sich auf ein Objekt beliebiger Entfernung einzustellen, sodass es scharf gesehen wird. Die Akkommodation nimmt ab dem 40. Lebensjahr kontinuierlich ab.

Abnahme der Fähigkeit des Auges zur Entfernungseinstellung (Akkomodation) mit zunehmenden Alter. Die Augenlinse verliert mit der Zeit durch natürliche Vorgänge ihre Fähigkeit, sich auf nahegelegene Gegenstände einzustellen. Dadurch entsteht eine Weitsichtigkeit. Die fehlenden Einstellmöglichkeiten müssen dann durch Brillen (z.B. Lese-, Arbeits- oder Mehrstärkenbrillen) behoben werden. Ab etwa dem 40. Lebensjahr betrifft die Altersichtigkeit jeden Menschen, also Normal-, Kurz- und Weitsichtige.

Werden Größen und Formen von den Augen unterschiedlich wahrgenommen, spricht man Aniseikonie. Diese kann sowohl anatomisch (retinale Aniseikonie) als auch nervlich (funktionale Aniseikonie) oder optisch bedingt sein (z.B. zwei rechtsichtige Augen unterschiedlicher Baulänge).

Nicht immer sind beide Augen von einer Fehlsichtigkeit gleich betroffen. Ein Auge kann z.B. etwas stärker kurzsichtig sein als das andere oder eine stärkere Hornhautverkrümmung aufweisen. Im Extremfall ist ein Auge übersichtig, das andere kurzsichtig.

Symptome, welche bei nicht oder mangelhaft kompensierter Heterophorie (keine natürliche Parallelstellung der Augen) auftreten, sind oft verschiedener Natur. In erster Linie sind sie auf die übermäßige Anstrengung des Nerven- und Muskelapparates der Augen zurückzuführen. Dies äußert sich in Form von Kopf- oder Augenschmerzen, Brennen oder Jucken und häufig Rötung der Augen. In schweren Fällen kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen.

Eine unregelmäßige Krümmung der Hornhaut, in seltenen Fällen auch der Linse, führt dazu, dass Objekte verzerrt auf der Netzhaut abgebildet werden. Die Hornhaut/Linse ist nicht gleichmäßig (kugelförmig) gewölbt, sondern weist in verschiedene Richtungen unterschiedliche Krümmungen (Radien) auf. Dieser Sehfehler ist meistens mit einer Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit verbunden und kann mit torischen Gläsern korrigiert werden. Sonderfall: Astigmatismus schiefer Bündel – Abbildungsfehler, der vorwiegend in den Randpartien mangelhaft korrigierter Brillengläser auftrifft. Ein Punkt wird in zwei räumlich getrennten Bildlinien wiedergegeben.

B


Bifokalgläser dienen dazu, nach Eintritt der altersbedingten Weitsichtigkeit die klare Sicht für Nähe und Ferne zu ermöglichen. Bifokalgläser bestehen aus zwei Glasbereichen (Segmenten) für das Sehen in die Nähe und in die Ferne. Die Segmente können in Form und Größe variiert werden.

Optische Systeme sind gekennzeichnet durch eine feste Relation von Objektort, abbildendem optischen System und Bildort. Um ein Objekt scharf (mit bestmöglicher Bildmodulation) in der Bildebene abzubilden, muss sich z.B. für unendlich ferne Objekte die Bildebene in der Brennebene (Brennpunkt) des abbildenden Systems befinden sowie die Mitten von Objekt, Abbildungsoptik und Bildebene auf der optischen Achse liegen. Bildlagefehler stellen Abweichungen von diesen physikalisch bedingten Anforderungen dar. Sie können sowohl in Form von Disharmonien der Entfernung zwischen Systembrennpunkt und Bildebene, als auch in einer Dezentration der Komponenten des Systems auftreten. Das Zentrum der Bildebene beim menschlichen Auge ist die Netzhautgrube (Foveola).

Zusammenspiel beider Augen. Durch das korrekte beidäugige Sehen wird es möglich, Entfernungen, z.B. im Strassenverkehr oder beim Sport, abzuschätzen. Störungen im binokularen Sehen können dazu führen, dass der räumliche Seheindruck verloren geht. Kopfschmerzen sowie eine stärkere Lichtempfindlichkeit sind mögliche Beschwerden, die allerdings oft mit prismatischen Gläsern behoben werden können. Die extremste und auffälligste Form der Störung im Binokularsehen wird als Schielen bezeichnet.

Unter Blendung versteht man die Beeinträchtigung der Sehleistung durch störende Lichtquellen. Eine erhöhte Blendempfindlichkeit liegt beispielsweise vor, wenn die Sehleistung durch Scheinwerfer entgegenkommender Autos übermäßig beeinträchtigt wird. Körperliche Ursachen für erhöhte Blendempfindlichkeit sind alters- oder krankheitsbedingte Trübungen des Auges (Hornhaut, Linse, Glaskörper). Hier wird – wie beim Blick durch verschmutztes oder zerkratztes Glas – das Licht gestreut.

C


Vorderer, durchsichtiger Teil der äußeren Augenhaut. Die Hornhaut sorgt zusammen mit der Linse dafür, dass das auftreffende Licht auf die Netzhaut gebündelt wird. Sie ist stark gewölbt, durchsichtig und liegt vor der Iris und der Pupille. Fehlsichtige, die Kontaktlinsen tragen, setzen diese direkt auf die Hornhaut.

D


Als Dioptrie (kurz dpt.) wird die Einheit der Brechkraft eines optischen Systems bezeichnet. Sie ist die Maßeinheit für die Angabe von Stärken von Brillengläsern. Ein Minuszeichen (-) vor der Dioptrienzahl sagt aus, dass es sich beim geforderten Brillenglas um ein Minusglas zur Korrektur einer Kurzsichtigkeit handelt. Ein Pluszeichen (+) bezeichnet ein zur Korrektur einer Weitsichtigkeit oder Übersichtigkeit notwendiges Plusglas.

E


Von jeder Brillenglasoberfläche wird das auftreffende Licht reflektiert. Diese Reflexionen führen zu einem ungewollten Lichtverlust. Zudem wird der Kontrast vermindert. Lichtquellen, die hinter dem Brillenträger liegen (z.B. Leselampen und Autoscheinwerfer), spiegeln sich im Glas und führen so zu störenden Reflexbildern. Gleichzeitig bleiben die Augen einem Gegenüber immer etwas verborgen. In einem komplizierten Verfahren kann nun eine harte, weniger als einen tausendstel Millimeter dicke Schicht auf die Brillengläser aufgedampft werden. Diese Entspiegelungsschicht reduziert die störenden Reflexe auf ein Mindestmaß; der Sehkomfort der Brille wird sehr stark erhöht. Entspiegelungsschichten können heute auf praktisch allen Gläsern (auch Gläser aus Kunststoff) in verschiedenen Wirkungsstufen angebracht werden. Bei optischen Instrumenten (Ferngläsern, Fotoobjektiven) wird die Entspiegelung auch Vergütung genannt.

Eine Abweichung der Augenstellung nach innen. Eine Form der Heterophorie. Heterophorie ist eine Störung des Muskelgleichgewichts des Auges. Man bezeichnet damit die Neigung oder Tendenz der Augen aus der Parallelstellung beim Blick in die Ferne oder aus der Konvergenzstellung beim Nahsehen abzuweichen.

Exophorie ist eine Abweichung der Augenstellung nach außen, eine Form der Heterophorie. Heterophorie ist eine Störung des Muskelgleichgewichts des Auges. Man bezeichnet damit die Neigung oder Tendenz der Augen aus der Parallelstellung beim Blick in die Ferne oder aus der Konvergenzstellung beim Nahsehenabzuweichen.

F


An Stelle von Farbenblindheit sollte man besser von Farbenfehlsichtigkeit sprechen. Dieser Sehfehler betrifft vor allem Männer. Je nach Art der Farbenfehlsichtigkeit können eine oder mehrere Farben als Grauton gesehen, bzw. Nuancen nicht unterschieden werden. Dieser Sehfehler kann mit Brillengläsern nicht behoben werden.

Funktionaloptometrie beschäftigt sich mit Funktionsstörungen, die bei gesunden Augen aufgrund eines gestörten Sehverhaltens oder einer fehlerhaften Sehentwicklung auftreten und zu Problemen der visuellen Wahrnehmung führen.

G


Zone des schärfsten Sehens in der Netzhaut, die der Pupille genau gegenüber liegt. Von der Natur mit speziellen Farbpigmenten/Rezeptoren für optimale Sicht ausgerüstet, auch „gelber Fleck“ genannt.

Mücken vor den Augen und andere lästige Erscheinungen. Viele Menschen kennen sie und fast jeder von uns wird sie eines Tages kennenlernen: die kleinen schwarzen Punkte, Fädchen, Flusen oder Mücken, die andere nicht sehen können. Oft tauchen sie ganz plötzlich beim Lesen auf oder beim Blick auf eine weiße Wand. Diese „fliegenden Mücken“ oder „mouches volantes“ – wie wir sie nennen – sind beileibe keine Einbildung und auch keine optische Täuschung. Sie existieren wirklich. Nur fliegen sie nicht im Raum, sondern schwimmen im Auge. Ein wenig lästig sind sie schon, aber viel harmloser als richtige Mücken. Solche mit den Jahren auftretende „Schönheitsfehler“ gehören zu unserem Leben wie beispielsweise die Altersflecken auf den Händen. Mehr Informationen hierzu finden Sie beim Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V..

Im Gegensatz zu den Bifokal- und Trifokalgläsern erfolgt die Änderung der Glasstärke von der Fern- zur Nahsicht bei den Gleitsichtgläsern nicht abgestuft, sondern gleitend. Dadurch entfallen die sichtbaren Segmente und das Gleitsichtglas erscheint diskreter. Trotzdem findet der Brillenträger für jede Distanz, in der er etwas betrachten will, eine passende Glaszone. Wie die Bifo- und Trifokalgläser, wird das Gleitsichtglas nach Eintritt der entwicklungsbedingten Weitsichtigkeit (Alterssichtigkeit) eingesetzt.

Eintrübung der Augenlinse. Mit zunehmender Trübung ergibt sich ein ein verstärktes Blendungsgefühl und eine abnehmende Sehschärfe.

Als Glaukom oder „grüner Star“ werden sämtliche Erkrankungen bezeichnet, die mit (in seltenen Fällen auch ohne) einer Drucksteigerung im Augeninnenraum einhergehen und das Sehvermögen durch die Zerstörung der Sehnerven beeinträchtigen (bis zur Erblindung). Zur Vorbeugung sind regelmäßige Kontrollen empfohlen.

H


Heterophorie oder Schielen ist ein Ruhestellungsfehler der Augen. Wer schielt, ist praktisch einäugig. Weichen die Bilder der beiden Augen zu stark voneinander ab, wird die Bildinformation eines Auges vom Hirn unterdrückt. Bei Kindern macht sich das Schielen oft im ersten oder zweiten Lebensjahr bemerkbar: mit Lichtscheue und Augenzittern, häufigem Tränen, Orientierungsschwierigkeiten und Kopfschmerzen. Auch eine unnatürliche Haltung muss Verdacht wecken, da manche Kinder das Schielen durch eine veränderte Kopfhaltung auskorrigieren können bzw. dies versuchen. Das Schielen muss früh behandelt werden, denn durch den Nichtgebrauch eines Auges kann dieses schwachsichtig werden. Zudem sind die Behandlungschancen desto besser je früher man damit beginnt – bei Erwachsenen lässt sich das Schielen kaum mehr korrigieren.
Formen der Heterophorie
— Exophorie: Abweichung des Auges nach außen
— Esophorie: Abweichung des Auges nach innen
— Hyperphorie: Höherstand eines Auges
— Hypophorie: Tieferstand eines Auges
— Zyklophorie: ungleiche Verrollung der Augen


Trifft Licht auf ein durchsichtiges Material, so wird es beim Eindringen um einen bestimmten Betrag von seiner Richtung abgelenkt. Diese Ablenkung und die Form des Brillenglases bestimmen dessen Stärke. Verwendet man Glasmaterialien, die das Licht stärker ablenken (brechen), so kann man mit dünneren Gläsern stärkere Korrekturen herstellen. Brillengläser aus höherbrechenden Glasarten, werden meist bei mittleren und stärkeren Fehlsichtigkeiten eingesetzt, um schönere und zum Teil leichtere Brillen herstellen zu können.

Auch Hypermetropie, Weitsichtigkeit, Übersichtigkeit. Abbildungsfehler des Auges, bei dem die parallel in das Auge einfallenden Lichtstrahlen nicht, wie beim normalen Auge, auf der Netzhaut vereinigt werden, sondern theoretisch in einem dahinter liegenden Punkt. Daher wird der betrachtete Gegenstand unscharf abgebildet. Dies kann zu Anstrengungsbeschwerden (Kopfschmerzen, Augenbrennen) führen. Beschwerden treten vor allem beim Sehen in der Nähe auf. Diese Fehlsichigkeit kann mit einer Brille ausgeglichen werden.

I


Ersatz für die Augenlinse am Ort der Pupille. Mit zunehmender Trübung der Augenlinse beim Grauen Star ergibt sich ein verstärktes Blendungsgefühl und eine abnehmende Sehschärfe. Die Entfernung der Augenlinse und das Einsetzen einer Implantatlinse ermöglicht wieder besseres Sehen.

Die Iris ist der farbige Teil des Auges, der jedem Menschen ein individuelles Aussehen gibt. Sie dient als Blende und regelt durch Veränderung der Öffnung den Lichteinfall durch die Pupille (Sehloch) in das Auge.

J


Die exakte optische Brillenanpassung (Justierung, Zentrierung).

K


Vermessung von Form und Gestalt der Hornhaut des Auges. Mit einem Ophthalmometer werden die Krümmungsradien der Hornhaut zentral und in der Peripherie ermittelt. Die gemessenen Radien sind die Grundlage für die Anpassung von Contactlinsen. Eine besondere Form der Keratometrie ist die Topometrie. Hier werden mit speziellen Verfahren die zentralen und peripheren Krümmungsradien der Hornhaut gemessen und mathematisch ausgewertet. Zusammen mit dezentralen Keratometerwerten beschreibt die Topometrie den Flächenverlauf der Hornhautoberfläche.

Minusgläser oder Konkavgläser sind nach innen gewölbt bzw. werden zum Rand hin dicker. Sie werden zur Korrektion von Kurzsichtigkeit verwendet.

Kontaktlinsen werden direkt auf dem Auge getragen. Sie müssen für jedes Auge individuell angepasst werden. Über eine Eignung zum Kontaktlinsentragen kann nur der spezialisierte Augenoptiker oder der Augenarzt nach einem persönlichen Gespräch und entsprechenden Probeanpassungen Auskunft geben.

Plusgläser oder Konvexgläser sind nach außen gewölbt bzw. werden zum Rand hin dünner. Sie werden zur Korrektion von Weitsichtigkeit verwendet.

Organisches Glas: es besteht hauptsächlich aus organischen Rohstoffen. Dieses Glas ist bis zu 40% leichter als mineralisches Glas.

Abbildungsfehler des Auges, bei dem die parallel in Auge einfallenden Lichtstrahlen nicht, wie beim normalsichtigen Auge, auf der Netzhaut vereinigt werden, sondern in einem Punkt davor. Kurzsichtige können entfernte Objekte nur unscharf wahrnehmen.

L


Nicht ganz geschlossene Kreise, die bei der Sehstärkenprüfung als Prüfzeichen benutzt werden. Die Landolt-Ringe gelten als Standard, nach dem die anderen Sehzeichen wie Buchstaben, Zahlen oder Zeichen gestaltet werden, aber weniger exakt sind als die Landolt-Ringe.

Undurchsichtiger hinterer Teil der äußeren Augenhaut. Die bindegewebige Lederhaut stellt ungefähr 80% der äußeren Augenhaut dar und bildet einen Schutzteil des Augapfels.

Bei sehr starken Fehlsichtigkeiten (vor allem bei Kurzsichtigkeit) wird bei der Herstellung die Korrektur nicht über die ganze Brillenglasfläche eingeschliffen. Deshalb wird der Rand eines Lentikular-Glases viel dünner und die gesamte Brille um einiges leichter und schöner. Die Einschränkung des Blickfeldes fällt bei diesen Gläsern nicht stark ins Gewicht. Der Schliff kann heute praktisch unsichtbar angefertigt werden.

Sie dient nach dem Eintritt der entwicklungsbedingten Weitsichtigkeit (Alterssichtigkeit) zum Ausgleich der verminderten Einstellmöglichkeiten der Augenlinse. Die Lesebrille ermöglicht zwar ein bequemes Sehen im Nahbereich, kann aber für die Fernsicht (z.B. beim Fernsehen) nicht verwendet werden. Möchte man in die Ferne und in die Nähe sehen, ohne jedesmal die Brille zu wechseln, so braucht man Bifokal-, Trifokal- oder Gleitsichtgläser.

Mit der Linse erhält das Auge die Fähigkeit, Gegenstände, die in verschiedenen Entfernungen liegen, deutlich auf die Netzhaut abzubilden. Zu diesem Zweck ist die Linse elastisch und kann sich verschieden stark durchbiegen. Diese Elastizität, und damit das Einstellvermögen (Akkommodation), nimmt mit der Zeit ab. Es entsteht so eine entwicklungsbedingte Weitsichtigkeit.

„Low Vision“ beschreibt eine Einschränkung des Sehens, die sich weder durch eine Brille noch durch Kontaktlinsen korrigieren lässt. Eine solche Sehverminderung kann verschiedene Ursachen haben und sich unterschiedlich auswirken.
Mögliche Ursachen: Makula-Degeneration (betrifft Sehschärfe-Zentrum), Retinitis pigmentosa (Netzhauterkrankung), Usher-Syndrom (Erbkrankheit, die das Sehen und Hören betrifft), Diabetes (Zuckerkrankheit), Katarakt (Grauer Star), Glaukom (Grüner Star), Augenverletzungen
Mögliche Symptome: Blendempfindlichkeiten (verschiedene Arten), Verzögerte Anpassung an Helligkeit oder Dunkelheit, Gesichtsfeldeinschränkung, Gesichtsfeldausfälle, im Zentrum des Bilds kann man nichts mehr erkennen, schneller Abfall der Sehschärfe, gerade Linien sieht man krumm oder verzerrt, vermindertes Kontrastsehen, Nachtblindheit

M


Abbau der Makula aufgrund von Stoffwechselproblemen.

Sammelbegriff für Gläser, die mehr als eine Korrektur aufweisen. Sie ermöglichen nach dem Eintritt der Alterssichtigkeit das Scharfsehen in die Ferne und in die Nähe. Mehrstärkengläser werden in Bifokal-, Trifokal- und Gleitsichtgläser unterteilt. Mehrstärkengläser müssen unabhängig von der gewählten Art immer individuell angepasst und verarbeitet werden.

N


Ohne Licht kein Sehen. Damit wir auch bei Nacht, d.h. Mond- und Sternenlicht etwas sehen können, ist das Auge mit besonders lichtempfindlichen Stäbch-Sehzellen ausgerüstet. Sehschwierigkeiten bei Dämmerung und Dunkelheit können sich ergeben, wenn diese Umstellung auf das nächtliche Stäbchensehen gestört ist, was die Anpassung (Adaption) der Augen an die Dunkelheit behindert. Sind diese Stäbchen-Sehzellen geschädigt, bzw. ein Großteil dieser nicht funktionstüchtig, spricht man von einer Nachtblindheit. Dieses medizinische Problem lässt sich mit optischen Mitteln nicht korrigieren oder kompensieren. Auch für gesunde, rechtsichtige Augen ist das Sehen bei schlechten Lichtverhältnissen selbstverständlich erschwert: Nah- und Fernsicht sind reduziert, ebenso das räumliche Sehen und damit die Fähigkeit, Distanzen und Grössen richtig einzuschätzen.
Da sich bei Dunkelheit die Pupillen weit öffnen, um möglichst viel Licht einzulassen, verringert sich die Tiefenschärfe des Blicks – wie das Bild einer Kamera mit weit geöffneter Blende. Das Zusammenspiel all dieser Umstände kann bewirken, dass sich vorhandene leichte Sehfehler, die bei Tage im Zusammenspiel von Hirn und Auge problemlos kompensiert werden, nun bemerkbar machen. Die Nachtmyopie, eine helligkeits- bzw. dunkelheitsbedingte Kurzsichtigkeit, kann bis zu einem gewissen Grad mit optischen Mitteln (Brille, Kontaktlinsen) korrigiert werden.
Das Sehen bei Nacht kann außerdem durch Sauerstoffmangel (Hypoxie), Kohlenmonoxyd, Rauchen, Alkohol, Drogen, gewisse Medikamente und Vitamin A-Mangel gestört werden.

O


Ursprünglich aus dem griechischen kommend (ops: das Auge; metron: messen), bezeichnet Optometrie die Wissenschaft, mit augenoptischen Verfahren nicht krankhafte Sehfehler festzustellen, zu vermessen und unter Berücksichtigung der physiologischen Optik visuelle Probleme mit Brillen, Kontaktlinsen oder anderen Sehhilfen und speziellen optometrischen Verfahren zu mildern, auszugleichen oder zu korrigieren. Die optometrische Prüfung, Messung und Beurteilung der visuellen Funktionen ist unumgängliche Voraussetzung, wenn Fehlsichtigkeiten mittels Brillen, Contactlinsen oder anderer Sehhilfekorrigiert werden sollen.

Optometrist – ist die international eingeführte Bezeichnung für den Beruf, der Bestimmung, Auswahl, Anfertigung und Anpassung von Sehhilfen aller Art zum Inhalt hat. In Deutschland ist die Optometrie seit jeher fester Bestandteil im Tätigkeitsbereich des Augenoptikers. Der Optometrist (Augenoptiker) ist ein zur Bestimmung, Anfertigung und Anpassung von Sehhilfen ausgebildeter, spezialisierter und dafür zugelassener Augenoptiker.

Bei Orthokeratologie werden spezielle Kontaktlinsen über Nacht getragen. Damit wird die Hornhaut des Auges so verändert, dass danach für ein- bis drei Tage eine volle Sehschärfe ohne Korrektur erreicht wird. Seit rund 40 Jahren wird Orthokeratologie angewandt. Neu ist, dass hochsauerstoffdurchlässige Materialien verwendet werden. Die Behandlung ist heute sehr viel schneller und bequemer und bedeutend präziser kalkulierbar.

P


Optische Filter, um Reflexionen spiegelnder Flächen auszuschalten. Durch ihren Aufbau sind sie in der Lage, Licht, das von waagrechten Flächen (Wasser zum Beispiel) reflektiert wird, zu vermindern bzw. unter günstigen Bedingungen nahezu vollständig auszulöschen. Polarisierende Filter aus Kunststoff werden für Vorhänger und Sonnenbrillen eingesetzt.

Sie weisen durch ihre Form eine zusätzliche optische Wirkung auf. Dadurch können sie Störungen im Binokularsehen beheben. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, müssen prismatische Gläser in besonderer Schleifart bearbeitet werden.

Q


Horizontale Verarbeitung von zwei Bildern zu einer räumlichen Darstellung.

R


Trifft Licht auf ein Brillenglas wird es zum Teil als Spiegelung (Reflexion) zurückgeworfen. Für den Brillenträger führt dies dazu, dass sich in seiner eigenen Brille Gegenstände aus der Umwelt spiegeln, sodass er oft nur verschwommen und wie durch einen Schleier sehen kann.

Bezeichnung für die Augenglasbestimmung durch den Augenoptiker oder Augenarzt, um die individuell benötigte Gläserstärke festzulegen.

Der lichtempfindliche Teil, der ‘Film’ des Auges: In der Netzhaut wird das auftreffende Licht mit Hilfe von ca. 125 Millionen Rezeptoren in elektrische Impulse umgewandelt und an den Sehnerv weitergegeben. Bilder, die unscharf auf die Netzhaut auftreffen, werden entsprechend unscharf zum Sehzentrum im Gehirn weitergeleitet.

S


Heterophorie oder Schielen ist ein Ruhestellungsfehler der Augen. Wer schielt, ist praktisch einäugig. Weichen die Bilder der beiden Augen zu stark von einander ab, wird die Bildinformation eines Auges vom Hirn unterdrückt. Bei Kindern macht sich das Schielen oft im ersten oder zweiten Lebensjahr bemerkbar: mit Lichtscheue und Augenzittern, häufigem Tränen, Orientierungsschwierigkeiten und Kopfschmerzen. Auch eine unnatürliche Haltung muss Verdacht wecken, da manche Kinder das Schielen durch eine veränderte Kopfhaltung auskorrigieren können bzw. dies versuchen. Das Schielen muss früh behandelt werden, denn durch den Nichtgebrauch eines Auges kann dieses schwachsichtig werden. Zudem sind die Behandlungschancen desto besser je früher man damit beginnt – bei Erwachsenen lässt sich das Schielen kaum mehr korrigieren.

fotochromatisch, fototrop — Sie passen ihre Tönung an die gegebenen Lichtverhältnissen an. Dabei reagieren sie nur auf natürliches Licht (Sonnenlicht, UV). Die Farbe, die Grundtönung und die maximale Tönung sind von der verwendeten Glassorte, aber auch von der Intensität der Strahlung und zum Teil von der Temperatur abhängig. In der Regel liegt die Absorption zwischen ca. 15 und 75%.

Sonnenbrillengläser weisen eine Absorption von mehr als 50 Prozent auf. Um diese Absorption zu erreichen, können verschiedene Farben gebraucht werden, braune Farbe wird aber am meisten verwendet. Sonnenbrillengläser, auch solche ohne Korrektur, müssen auf den jeweiligen Gebrauch abgestimmt sein und auch gegen die unsichtbare ultraviolette Strahlung optimal schützen. Auch mit Sonnenbrille ist der direkte Blick in die Sonne oder in Lampen mit hoher Strahlungsenergie zu vermeiden. Korrigierende Sonnenbrillen können nicht, wie oft angenommen, als Reservebrille dienen, da sie nur bei hellem Licht, aber nicht in Räumen oder in der Nacht verwendet werden können. Zum Autofahren dürfen sie nur am Tag getragen werden.

T


Torische Gläser dienen nicht nur zur Korrektur einer Kurz- oder Weitsichtigkeit, sondern auch zum Ausgleich einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Ihr Aufbau ist komplizierter. Auf einem Rezept erkennt man torische Gläser daran, dass die Stärke in drei Teilen notiert ist. Die einzelnen Teile werden als Sphäre (sph), Cylinder (cyl) und Achse bezeichnet.

Trifokalgläser erlauben nicht nur eine deutliche Sicht in die Ferne und in die Nähe, sondern auch in eine Zwischenzone von ca. 40 bis 100 Zentimeter. Sie gelangen dann zum Einsatz, wenn diese Zwischenzone mit Bifokalgläsern nicht mehr abgedeckt werden kann. An Stelle von Trifokalgläsewerden werden heute normalerweise Gleitsichtgläser verwendet.

U


Abbildungsfehler des Auges, bei dem die parallel in das Auge einfallenden Lichtstrahlen nicht, wie beim normalen Auge, auf der Netzhaut vereinigt werden, sondern theoretisch in einem dahinter liegenden Punkt. Daher wird der betrachtete Gegenstand unscharf abgebildet. Dies kann Anstrengungsbeschwerden (Kopfschmerzen, Augenbrennen) führen. Beschwerden treten vor allem beim Sehen in der Nähe auf. Diese Fehlsichtigkeit kann mit einer Brille ausgeglichen werden.

V


Der Visus ist eine Kennzahl, mit der der Fachmann angibt, wie gut ein Auge sieht. Der durchschnittliche Visus beträgt 1,0. Zahlen unter 1,0 zeigen, dass die Sehschärfe unter dem Durchschnitt liegt, Zahlen über 1,0 weisen auf eine überdurchschnittliche Sehschärfe hin. Zwischen der Glasstärke einer Brille und der damit erreichbaren Sehschärfe (Visus) besteht nicht unbedingt ein direkter Zusammenhang.

W


Abbildungsfehler des Auges, bei dem die parallel in das Auge einfallenden Lichtstrahlen nicht, wie beim normalen Auge, auf der Netzhaut vereinigt werden, sondern theoretisch in einem dahinter liegenden Punkt. Daher wird der betrachtete Gegenstand unscharf abgebildet. Dies kann Anstrengungsbeschwerden (Kopfschmerzen, Augenbrennen) führen. Beschwerden treten vor allem beim Sehen in der Nähe auf. Diese Fehlsichigkeit kann mit einer Brille ausgeglichen werden.

Zum Fixieren eines Punktes muss das Augenpaar beide Augenachsen auf den entsprechenden Punkt richten. Sehr häufig weichen die Augachsen von der Normalstellung um einen gewissen Winkelbetrag ab. Das Augenpaar kann durch Anspannung entsprechender Augenmuskeln ausgerichtet werden bzw. die nicht deckungsgleichen Bilder der beiden Auge können durch Kompensation im Sehzentrum vereint werden. Diese andauernde Belastung kann zu erheblichen Beschwerden führen (Kopfschmerzen, zeitweises Doppelsehen). Zur Korrektur dieser Fehlsichtigkeit wird ein prismatisches Brillenglas verwendet.

X


Röntgenstrahlen sind elektromagnetische Wellen mit einer Photonenenergie, die höher ist als die von ultraviolettem Licht.

Z


Festlegung der Glasparameter bezogen auf die Pupillendistanz (PD) des Brillenträgers.

Die ungleiche Verrollung der Augen. Eine Form der Heterophorie. Heterophorie ist eine Störung des Muskelgleichgewichts des Auges. Man bezeichnet damit die Neigung oder Tendenz der Augen aus der Parallelstellung beim Blick in die Ferne oder aus der Konvergenzstellung beim Nahsehen abzuweichen.